Studie: Wie nachhaltig sind nachhaltige Investmentfonds wirklich?

Zahlen, Daten, Fakten | 31.03.2026

Nachhaltige Investmentfonds spielen eine immer größere Rolle bei der Geldanlage. Viele Anleger möchten ihr Kapital gezielt in Unternehmen investieren, die ökologische, soziale und ethische Kriterien berücksichtigen.

Gleichzeitig herrscht häufig Unsicherheit darüber, wie streng nachhaltige Fonds tatsächlich investieren. Begriffe wie ESG, nachhaltige Fonds oder Impact Investing werden von verschiedenen Fondsgesellschaften unterschiedlich interpretiert.

Eine Analyse der unabhängigen nachhaltigen Fondsplattform Greenvest untersucht deshalb, wie nachhaltig nachhaltige Fonds in der Praxis tatsächlich sind.

Für die Studie wurden 1.718 nachhaltige Investmentfonds und ETFs ausgewertet, die für Privatanleger in Deutschland verfügbar sind. Grundlage der Analyse ist die Nachhaltigkeitskennzahl EDA (Ethisch Dynamischer Anteil), die Fonds anhand ihrer tatsächlichen Investments in Unternehmen und Staaten hinsichtlich verschiedener Nachhaltigkeitskriterien bewertet.

Zentrales Ergebnis der Studie

Das wichtigste Ergebnis der Analyse:

Nur 11,9 % der untersuchten nachhaltigen Fonds sind vollständig frei von allen analysierten Negativkriterien.

Damit enthalten fast neun von zehn nachhaltigen Fonds zumindest geringe Anteile an Unternehmen aus kontroversen Geschäftsfeldern.

Infografik Studie nachhaltige Fonds – Analyse von 1718 Fonds zeigt Anteil kontroverser Branchen

Die Untersuchung zeigt damit deutliche Unterschiede zwischen den Nachhaltigkeitsstrategien einzelner Fonds.

Zu den analysierten Negativkriterien zählen unter anderem:

  • Rüstung
  • Atomenergie
  • Kohleenergie
  • Fracking
  • Tierversuche
  • Verstöße gegen Menschenrechte

 

Besonders häufig enthaltene kontroverse Branchen

Die Analyse zeigt, dass nachhaltige Fonds häufig kleinere Beteiligungen an Unternehmen aus bestimmten Branchen enthalten.

Anteil der Fonds mit Investments in ausgewählte Geschäftsfelder:

Geschäftsfeld Anteil der Fonds
Atomenergie 68,2 %
Rüstung 63,7 %
Gentechnik 60,0 %
Tierversuche 48,6 %
Spezielle Rüstung 35,6 %
Menschenrechtskontroversen 21,8 %
Fracking 21,3 %
Kohleenergie 11,8 %

Dabei handelt es sich in der Regel um vergleichsweise kleine Portfolioanteile.

So investieren nachhaltige Fonds im Durchschnitt beispielsweise rund:

1,2 % ihres Vermögens in Rüstungsunternehmen
2,3 % in Unternehmen mit Bezug zur Atomenergie.

 

Nachhaltige Unternehmen spielen dennoch eine wichtige Rolle

Die Analyse zeigt gleichzeitig, dass nachhaltige Fonds häufig auch positive Nachhaltigkeitskriterien erfüllen.

So investieren die untersuchten Fonds im Durchschnitt rund 46 % ihres Kapitals in Unternehmen, die den Prinzipien des UN Global Compact folgen.

Unternehmen mit einem klaren Fokus auf erneuerbare Energien machen im Durchschnitt rund 4,3 % der Fondsportfolios aus.

Nachhaltigkeit wird unterschiedlich interpretiert

Die Ergebnisse zeigen auch, dass Nachhaltigkeit kein einheitlicher Begriff ist.

Während einige Anleger großen Wert auf den vollständigen Ausschluss bestimmter Branchen wie Rüstung oder fossile Energien legen, stehen für andere Investoren Themen wie Klimaschutz, Umwelttechnologien oder soziale Standards im Vordergrund.

„Nachhaltige Fonds sind kein einheitlicher Standard. Unsere Analyse zeigt, dass viele Fonds zwar nachhaltige Kriterien berücksichtigen, gleichzeitig aber kleine Anteile kontroverser Branchen enthalten können. Für Anleger wird Transparenz deshalb immer wichtiger“, sagt Daniel Arbeiter, Gründer und Geschäftsführer von Greenvest.

Transparenz bei Nachhaltigkeitsdaten

Ein weiteres Ergebnis der Untersuchung betrifft die Transparenz der Nachhaltigkeitsdaten.

Die Analyse zeigt:

74,3 % der untersuchten Fonds verfügen über auswertbare EDA-Nachhaltigkeitsdaten
25,7 % der Fonds verfügen über keine ausreichenden Daten für eine vollständige Analyse

Für Anleger kann die Verfügbarkeit transparenter Nachhaltigkeitsdaten daher eine wichtige Rolle bei der Auswahl nachhaltiger Fonds spielen.

Bewertungsmethodik der Studie

Die Analyse basiert auf der Nachhaltigkeitskennzahl EDA (Ethisch Dynamischer Anteil).

Diese Kennzahl bewertet Investmentfonds anhand ihrer tatsächlichen Investments in Unternehmen und Staaten.

Der EDA-Wert liegt auf einer Skala von 0 bis 100 Punkten. Je höher der Wert, desto nachhaltiger gilt ein Fonds im Rahmen dieser Bewertungsmethodik.

In die Bewertung fließen sowohl Negativkriterien (z. B. Rüstung, Atomenergie oder Kohleenergie) als auch Positivkriterien wie erneuerbare Energien, Umwelttechnologien oder Unternehmen des UN Global Compact ein.

👉 Mehr zur EDA-Nachhaltigkeitskennzahl

Datenbasis der Studie

Für die Analyse wurden 1.718 nachhaltige Investmentfonds und ETFs untersucht.

Für 1.277 Fonds lagen auswertbare EDA-Nachhaltigkeitsdaten vor.
441 Fonds konnten aufgrund fehlender Daten nicht in die Detailanalyse der Nachhaltigkeitskriterien einbezogen werden.

Die Analyse umfasst Aktienfonds, Mischfonds und Anleihenfonds mit Nachhaltigkeitsstrategie, die für Privatanleger in Deutschland verfügbar sind.

Bedeutung der Ergebnisse für Anleger

Die Studie zeigt, dass nachhaltige Investmentfonds sehr unterschiedliche Nachhaltigkeitsstrategien verfolgen.

Für Anleger kann es daher sinnvoll sein, Fonds nicht nur nach Performance oder Kosten zu vergleichen, sondern auch nach den konkreten Nachhaltigkeitskriterien, die für sie persönlich besonders wichtig sind.

Nachhaltige Fonds vergleichen

Auf Greenvest können Anleger nachhaltige Investmentfonds nach verschiedenen Nachhaltigkeitskriterien filtern und vergleichen.

Dabei lassen sich Fonds unter anderem nach:

Nachhaltigkeitskennzahlen
Ausschlusskriterien
ESG-Strategien

analysieren.

👉 nachhaltige Fonds finden
👉 Fondsdepot eröffnen

Fazit der Studie

Die Analyse zeigt, dass nachhaltige Investmentfonds kein einheitliches Nachhaltigkeitsniveau haben.

Während einige Fonds strengere Ausschlusskriterien anwenden, enthalten andere Fonds kleinere Anteile kontroverser Branchen.

Für Anleger wird es daher immer wichtiger, sich genauer mit den Nachhaltigkeitskriterien eines Fonds auseinanderzusetzen und Fonds gezielt nach den eigenen Nachhaltigkeitsvorstellungen auszuwählen.