Ansätze und Aspekte
von nachhaltiger Geldanlage

Trotz aller globalen Bemühungen wird es wohl nicht reichen, die Erderwärmung zu begrenzen. Nach neuesten Berechnungen des Analyseprojekts Climate Action Tracker (CAT), das der Klimaforscher Niklas Höhne gemeinsam mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) in Berlin vorgestellt hat, wird die globale Erderwärmung bis zum Ende des Jahrhunderts – wenn alle bislang getroffenen Klimaschutzmaßnahmen so umgesetzt werden wie geplant – bei 2,4 °C liegen und damit deutlich über dem 1,5 °C-Ziel.

Viele Menschen nehmen die Sorge der Klimaforscher bereits sehr ernst und haben ihr Verhalten in Bezug auf ihren Konsum oder generell bezüglich ihres CO2-Fußabdrucks geändert. Glücklicherweise fokussieren sich auch immer mehr Unternehmen auf den Aspekt der Nachhaltigkeit, um ihren Beitrag zu einer „besseren“ Welt zu leisten.

Auf die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Aspekten nachhaltiger Geldanlage wird im Folgenden der Fokus gelegt:

  1. Wie lässt sich Nachhaltigkeit definieren?
  2. Wann und warum wurde das Thema Nachhaltigkeit zunehmend betrachtet? – Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit
  3. Welche Aspekte der Nachhaltigkeit gibt es? – Das ESG-Modell
  4. Wie erkenne ich nachhaltige Fonds? – Die EU-Offenlegungsverordnung
  5. Wodurch werden Geldanlagen nachhaltig? – Die verschiedenen Anlagestrategien
  6. Wie entscheide ich mich für einen nachhaltigen Investmentfonds?

 

Die folgenden Inhalte sind entnommen aus: Meadows, Dennis et al. Die Grenzen des Wachstums. Bericht des Club of Rome zur Lage der Menschheit. Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH, Hamburg, 1973 // Hauff, Volker (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. Greven, 1987 // EU-Offenlegungsverordnung // FNG Marktbericht. 

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Wie lässt sich Nachhaltigkeit definieren?

2002 definierte der Rat für Nachhaltigkeit in Berlin nachhaltige Entwicklung wie folgt:

„Nachhaltige Entwicklung heißt, den nachfolgenden Generationen in Deutschlang und in der Welt ein intaktes ökologisches, soziales und ökonomisches Gefüge zu hinterlassen und dabei Umweltgesichtspunkte gleichberechtigt mit sozialen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu berücksichtigen. […] In der globalisierten einen Welt ist Nachhaltigkeit der entscheidende Maßstab und Kompass für die Beantwortung der drängenden Zukunftsfragen unserer Gesellschaft.“

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Wann und warum wurde das Thema Nachhaltigkeit zunehmend betrachtet? – Eine kurze Geschichte der Nachhaltigkeit

1713

Bereits im 18. Jahrhundert wurde durch den sächsischen Oberberghauptmann Hans Carl von Carlowitz das Stichwort Nachhaltigkeit im Bereich der Forstwirtschaft thematisiert. Gemeint war damit, jährlich nur die Menge an Holz zu fällen, die auch nachwachsen kann. Dieser Grundgedanke des verantwortungsvollen Umgangs mit Ressourcen wurde über die Jahre weiterentwickelt und auch auf andere Bereiche übertragen.

Ab ca. 1800

wurde darunter auch die Erhaltung der Landwirtschaft verstanden und zudem um weitere ökologische Aspekte wie bspw. Sauerstoffproduktion, Speicherfähigkeit von Wasser oder Bodenerosionen ergänzt.

1972

In diesem Jahr wurde der Bericht des Club of Rome „Die Grenzen des Wachstums“ von Meadows et al. veröffentlicht. Erwähnt wurden darin nun auch zusätzliche Betrachtungsweisen wie jene zur Bevölkerungsentwicklung, zur Nahrungsmittel- und Industrieproduktion, der Ausbeutung der zur Verfügung stehenden Ressourcen auf der Welt sowie zur Umweltbelastung.

Es wurde berechnet, wann Bodenschätze, wie Erdöl oder Erdgas endgültig erschöpft sein würden, wenn keine einschneidenden Veränderungen beim Umgang mit knappen Ressourcen ergriffen würden. Das Buch wurde auf der ganzen Welt veröffentlicht und traf die meisten Menschen wie einen Schock, da man bis dahin geglaubt hatte, dass wirtschaftliches Wachstum nahezu unbegrenzt möglich sei.

1980

Seitdem rücken diese Aspekte zusehends in den Fokus. 1980 wurde die International Union for the Conservation of Nature gebildet, die den Begriff „Sustainable Development“ – Nachhaltige Entwicklung einführte.

1987

Die Brundtland-Kommission erstrebte 1987 ein Gleichgewicht in menschengemachten Prozessen und definierte nachhaltige Entwicklung als einen „Prozess ständigen Wechsels, dessen Ziel darin besteht, die Ausbeutung der Ressourcen, den Investitionsfluss, die Ausrichtung der technologischen Entwicklung und die institutionellen Veränderungen mit künftigen und gegenwärtigen Bedürfnissen in Einklang zu bringen.“ (Quelle: Hauff, Volker (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. Greven 1987. S. 10.)

Der Grundgedanke, der in Bezug auf Nachhaltigkeit bereits im 18. Jahrhundert aufkam, wurde also auch hier berücksichtigt und auf zusätzliche Themen wie u.a. Hunger und Armut, wirtschaftliche Entwicklung, Biodiversität oder Ressourcen erweitert. Hintergrund des Brundtland-Berichts sind die Grundthesen, dass, „nachhaltige Entwicklung eine Entwicklung ist, bei der die heutigen Bedürfnisse gedeckt werden, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu schmälern, ihre eigenen Bedürfnisse zu decken.“ (Quelle: Hauff, Volker (Hrsg.): Unsere gemeinsame Zukunft. Der Brundtland-Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung. Greven 1987. S.44.)
Dieser Bericht brachte die Politik dazu, die Dringlichkeit der Thematik anzuerkennen, weshalb weitere Agenden in Ländern und Ministerien, auch in Deutschland, folgten und das Thema Nachhaltigkeit einen immer wichtigeren Stellenwert erhielt:

1998

Durch die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Schutz des Menschen und der Umwelt“ wurde der Nachhaltigkeitsbegriff um die drei Säulen Ökologie, Ökonomie und Soziales erweitert. Ökologisch nachhaltig bedeutete in diesem Zusammenhang, dass nur so viele natürliche Ressourcen verbraucht werden, wie nachwachsen können. Mit ökonomisch nachhaltig ist eine Wirtschaftsführung gemeint, die beständig aufrechterhalten werden kann. Eine sozial nachhaltige Gesellschaft zeichnet sich darin aus, dass unter den Individuen Chancengleichheit besteht und bei Konflikten vermittelt wird.

2001

wurde die erste Europäische Nachhaltigkeitsstrategie mit den Schwerpunkten Enlargement (bezüglich der Wirtschaft), Employment (Beschäftigung) und Environment (Umwelt) entwickelt.

2012

Die Vereinten Nationen legten auf ihrer Konferenz über nachhaltige Entwicklung weltweit geltende, festgeschriebene Ziele für mehr Nachhaltigkeit fest.

Die Agenda 2030 hält die seit 2016 geltenden 17 Sustainable Development Goals (SDGs), Ziele zur Nachhaltigen Entwicklung in den Bereichen Ökologie, Ökonomie und Soziales, fest.

Ziele sind beispielsweise:

  • keine Armut und Hunger
  • Gesundheit und Wohlergehen
  • hochwertige Bildung
  • bezahlbare und saubere Energie
  • menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum
  • nachhaltige Städte und Gemeinden
  • nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion
  • Maßnahmen zum Klimaschutz

Basierend auf dieser Agenda wurde die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt und somit Nachhaltigkeitsziele für Deutschland festgesteckt.

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Welche Aspekte der Nachhaltigkeit gibt es? – Das ESG-Modell

Es gibt theoretisch unendlich viele Aspekte der Nachhaltigkeit, je nachdem, worauf man seinen Fokus setzen möchte. Um hier eine Struktur bzw. Einteilung zu geben, wurde das ESG-Modell entwickelt.

ESG ist eine englische Abkürzung für die Anfangsbuchstaben der Wörter Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung / ethische Bereiche), die die drei Säulen der Nachhaltigkeit bilden.

Das ESG-Modell ist heutzutage als Standard – vor allem in der Finanzbranche – etabliert und setzt seinen Fokus auf diese drei Säulen, um eine nachhaltige Ressourcenwirtschaft von Unternehmen abzubilden.

Der Grundgedanke hinter diesen Kriterien besteht auf der bereits erwähnten These der Brundtland-Kommission, dass von Menschen nicht mehr verbraucht werden darf, als in der Zukunft wieder nachwachsen bzw. wieder .

Die ESG-Kriterien unterteilen sich in drei Bereiche

Die ökologische Säule
Hier bezieht sich der Nachhaltigkeitsgedanke primär auf die Wechselbeziehungen zwischen Lebewesen und ihrer Umwelt. Die Artenvielfalt soll gefördert und schädliche Eingriffe in Lebensräume vermieden werden. Weitere Ziele sind die Entwicklung von Klimastrategien, ein effizientes Umweltmanagement oder der verantwortungsvolle Umgang mit Ressourcenknappheit.

Die soziale Säule
„Soziale Nachhaltigkeit beschreibt die bewusste Organisation von sozialen und kulturellen Systemen“ (Quelle: wirtschaftslexikon.gabler.de). Hierbei geht es immer um den Menschen selbst. Ziele sind bspw. eine respektvolle Arbeitgeber-, Arbeitnehmerbeziehung, Chancengleichheit, eine Bildung für alle zu garantieren, Gesundheitssysteme zu erschaffen, menschenwürdige Arbeit zu gewährleisten, Menschenrechte zu achten, oder Hunger zu bekämpfen.

Die ethische Säule
Ethische Fragen thematisieren das Handeln des Menschen: Wie soll er handeln? Welche Werte soll er als Orientierung verwenden?
Auch diese Fragen spielen beim Thema Nachhaltigkeit und dessen Umsetzung eine große Rolle. Sie stehen sowohl für sich als auch als Teilbereich der Aspekte der ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit.

Einen Teil dieser Säule bildet deshalb auch die Unternehmensführung. Sie bildet Aufsichtsstrukturen mit einer Vielfalt im Aufsichtsrat ab, setzt sich für die Bekämpfung von wettbewerbswidrigen Praktiken, einer Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter aber auch für Steuerehrlichkeit und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen ein. Darüber hinaus verhindert sie auf der anderen Seite u.a. Korruption, Menschenrechtsverletzungen oder dass in menschenunwürdiger Umgebung gearbeitet wird.

Environment /
Umwelt
  • Wechselbeziehungen mit der Umwelt
  • Klimastrategien
  • Artenvielfalt
  • Umweltmanagement
  • Fußabdruck eines Unternehmens
Social /
Soziales
  • Menschenrechte
  • Arbeitgeber- und
    Arbeitnehmerbeziegungen
  • Arbeitsplatzgestaltung
  • Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit
Governance /
Unternehmensführung
  • Aufsichtsstrukturen
  • Umgang mit Ressourcen
  • Maßnahmen zur
    Korruptionsbekämpfung
  • Vergütung
  • Compliance
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Wie erkenne ich nachhaltige Fonds? – Die EU-Offenlegungsverordnung

Die EU-Offenlegungsverordnung, die Mitte März 2021 in Kraft getreten ist, besagt, dass alle Fondsanbieter angeben müssen, ob bzw. wie nachhaltig ihre Produkte sind und welchen Beitrag die Anlagen zur Nachhaltigkeit leisten. Diese Verordnung wurde erlassen, um Investitionsentscheidungen der Anleger zu erleichtern und eine generelle Transparenz und Vergleichbarkeit zu erschaffen. Dazu wurden drei Kategorien eingeführt, in die die Produkte, basierend auf dem Grad der Nachhaltigkeit, den sie anstreben, eingeordnet werden müssen:

  • Nicht nachhaltige Produkte werden unter Artikel 6 der Offenlegungsverordnung eingeordnet
  • Fonds, die ökologische und/oder soziale Kriterien erfüllen, werden unter Artikel 8 klassifiziert. Sie werden auch als hellgrüne Fonds bezeichnet.
  • Finanzprodukte, die eine bestimmte Nachhaltigkeitswirkung erzielen, werden Artikel 9 zugeordnet und gelten als dunkelgrüne Fonds. Im Wesentlichen müssen hier alle Wertpapiere von Emittenten, in welche investiert wird, der Definition von nachhaltigen Anlagen entsprechen.

Der Unterschied zwischen Finanzprodukten der Unterteilung in Artikel 8 und 9 besteht darin, dass Produkte aus Artikel 9 ein angestrebtes Nachhaltigkeitsziel (z.B. Reduktion von CO2-Emissionen) besitzen, wohingegen Artikel 8 Finanzprodukte berücksichtigt, die lediglich ökologische und/oder soziale Kriterien aufweisen.

Artikel 6:
Traditionelle Fonds
  • nicht nachhaltige Produkte
  • ESG-Standards werden nicht berücksichtigt
Artikel 8:
ESG-Standards
- hellgrüne Fonds
  • Finanzprodukte, die ökologische und/oder soziale Kriterien erfüllen
Artikel 9:
Impact - dunkelgrüne
Fonds
  • Produkte mit einer bestimmten angestrebten Nachhaltigkeitswirkung

Die Fondsgesellschaften stufen ihre Produkte selbst in die Kategorien unter Artikel 6, 8 oder 9 ein. Diese Selbstzuweisung bedeutet auch die Pflicht zur Offenlegung detaillierter ESG Informationen.

Je nachdem, unter welchen Artikel ein Fonds fällt, muss er unterschiedlich strenge Offenlegungspflichten erfüllen und entsprechend detailliertere ESG-Informationen vorweisen, die dann von Wirtschaftsprüfern und Aufsichtsbehörden kontrolliert werden.

Obwohl die Fondsbranche noch dabei ist, sich auf die neue EU-Verordnung einzustellen, hat die Ratingagentur Morningstar Ende März mit einer Auswertung der Fondsprospekte und der Einordnung nach Artikel 8 und 9 begonnen. Auf Basis von vorläufigen Daten schätzt Morningstar, dass als Artikel 8 (18%) und 9 (3,6%) klassifizierte Fonds bis zu 21% der europäischen Fonds ausmachen.

Die Politik sorgt sich nun wegen „Greenwashing“, zu Deutsch „Grünfärberei“ durch verschiedene Anbieter. Damit ist gemeint, dass sie diese Fonds als „nachhaltig“ deklarieren, obwohl sie sich nicht unbedingt an die ESG-Standards halten.

Deshalb stellt Greenvest neben der Einordnung nach Artikel 8 und 9 weitere Kennzahlen zur Verfügung, um Anlegern genaue Kriterien an die Hand zu geben und so bei der Entscheidungsfindung bezüglich der nachhaltigen Fonds zu unterstützen.

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Wodurch werden Geldanlagen nachhaltig? – Die verschiedenen Anlagestrategien

Das Forum für Nachhaltige Geldanlagen, kurz FNG, veröffentlicht jährlich einen Marktbericht für die Länder Deutschland, Österreich und die Schweiz und bezieht sich darin unter anderem auf die unterschiedlichen Anlagestrategien nachhaltiger Fonds.

Im Allgemeinen werden verschiedene Anlagestrategien unterschieden, die bei nachhaltigen Fonds ungleich stark vertreten sind. Diese Anlagestrategien können auch kombiniert werden. Die folgenden Prozentangaben beziehen sich auf den FNG Marktbericht 2022. Zur Vertiefung empfehlen wir Ihnen gerne diesen Artikel: Private Anleger*innen verdreifachen Investitionsvolumen in nachhaltige Fonds.

Ausschlusskriterien

In bestimmte Unternehmen, Branchen oder Länder wird nicht investiert, weil sie bspw. in Atomkraft, Rüstung oder andere Bereiche investieren, die die ESG-Standards nicht erfüllen oder weil sie generell Menschenrechte verletzen.
Diese Strategie verfolgen 82 Prozent der nachhaltigen Fonds.

Normbasiertes Screening

Circa 80 Prozent der nachhaltigen Fonds setzen auf Normbasiertes Screening. Durch internationale Standards, wie beispielsweise den Global Compact, sollen Geldanlagen auf die Einhaltung bestimmter Kriterien überprüft werden.

ESG-Integration

ESG = Englisch für Environmental, Social and Governance; steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung. Bei der Integration werden explizit ESG-Kriterien bzw. -Risiken in die traditionelle Finanzanalyse einbezogen. Die ESG-Integration gilt für 82 Prozent der nachhaltigen Fonds.

Engagement

Unter Engagement wird ein Dialog zwischen Anlegern und Unternehmen verstanden, wobei das Ziel ist, Verbesserungen von sozialen, ökologischen und/oder ethischen Belangen anzustreben. Durch aktive Auseinandersetzung kann dies eine langwieriger Umsetzungsstrategie sein. 71 Prozent der nachhaltigen Fonds nutzen diese Strategie.

Best-in-Class-Ansatz

Bei diesem Ansatz wird in Unternehmen, Branchen oder Länder investiert, die innerhalb ihres Bereichs bezüglich der ESG-Kriterien führend sind. Hier sind durchweg alle Branchen berücksichtigt, was bedeutet, dass bspw. auch Ölkonzerne im Portfolio der Fondsgesellschaft landen. Dieser Ansatz hat in den letzten Jahren den größten Zuwachs erhalten: 65 Prozent der nachhaltigen Fonds setzen auf diese Strategie.

Stimmrechtsausübung

Ziel der Stimmrechtsausübung ist es, die Unternehmenspolitik im Hinblick auf die ESG-Standards zu verbessern. Die Stimmrechtsausübung kann auf Hauptversammlungen erfolgen und wird als erweiterte Engagementstrategie gesehen. Dies gilt für 65 Prozent der nachhaltigen Fonds.

Themenfonds

Themenfonds müssen nachhaltige Beweggründe nachweisen, um als nachhaltige Geldanlage gelistet werden zu können. Dabei müssen wiederum die ESG-Kriterien mit einbezogen werden. Voraussetzung hierfür sind u.a. eine Auswahl nachhaltiger Aktien, oder ein Management, das sich mit nachhaltigen Geldanlagen auskennt. Beispiele für Themenfonds sind: Erneuerbare Energien, Nachhaltige Rohstoffe (Wald, Wasser…) oder Bildung. 11 Prozent der nachhaltigen Fonds setzen darauf.

Impact Investments

Es wird gezielt in Unternehmen investiert, die überwiegend in Bereichen wie z. B. Gesundheitssysteme, Bildung oder erneuerbare Energien arbeiten. Bei dieser Art des Investierens liegt der Fokus neben dem finanziellen Gewinn auch darauf, ökologisch und/oder sozial etwas zu bewirken. Sie sind häufig projektspezifisch und machen ca. 7 Prozent aller nachhaltigen Fonds aus.

Das stärkste Wachstum verzeichneten nachhaltige Themenfonds mit einem Plus von 139 Prozent. Auch Impact Investments zeigten eine starke Entwicklung mit einem Zuwachs von 80 Prozent. Bei Themen- und Impactfonds handelt es sich häufig um Artikel-9-Fonds. So machen nachhaltige Themenfonds rund 63 Prozent und Impact Investments 41 Prozent der Artikel-9-Fonds aus. Rund 31 Prozent der Artikel-9-Fonds sind dabei zugleich als Themenfonds und Impact Investments definiert.

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Wie entscheide ich mich für einen nachhaltigen Investmentfonds?

Bei der Auswahl nachhaltiger Fonds ist vor allem wichtig, dass man persönliche Schwerpunkte setzt. Möchte man in Fonds investieren, die Menschenrechte verletzen oder in solche, die in erneuerbare Energien investieren? Fragen wie diese sind vermutlich recht schnell mit „Ja“ oder „Nein“ zu beantworten.

Schwieriger wird es, wenn Unternehmen zwar generell umweltbewusst agieren, andererseits jedoch bspw. Produkte zur Verbrennung fossiler Energien herstellen. Andere Unternehmen wiederum stellen lebenswichtige Medikamente her, die das Gesundheitssystem bereichern, setzen aber für Kontrollen umstrittene Tierversuche ein. Was für die eine Person vertretbar ist, kann für die andere absolut tabu sein. Deshalb: Was toleriert werden kann oder was inakzeptabel ist, kann nur der Anleger selbst für sich festlegen.

Eine Hilfestellung bei der Entscheidung für oder gegen einen nachhaltigen Investmentfonds kann sein, sich zu überlegen, worin die eigenen Prioritäten liegen. Worauf legt man selbst den Fokus beim Thema Nachhaltigkeit? Und zu welchem Anteil sollte er im Fonds vertreten sein? Deshalb sollte man sich die nachhaltigen Angebote genau anschauen, hinter die Fassade blicken und dann eine begründete Auswahl treffen.

Greenvest möchte hier bei der Entscheidungsfindung unterstützen. Deshalb stellen wir Übersichten mit verschiedenen Kriterien und Kennzahlen zur Verfügung.

Übersicht und Vergleich nachhaltiger Investmentfonds

Behalten Sie den Überblick: Wir bieten eine aktive Hilfestellung und trennen die Spreu vom Weizen. Denn: Nicht überall wo „nachhaltig“ draufsteht, ist auch Nachhaltigkeit drin.

Name
ISIN
Nachhaltigkeitsfondsart
Wertentwicklung 3 Jahre (%)
Wertentwicklung 5 Jahre (%)
Nachhaltigkeitsklassifizierung

Nach der EU-Offenlegungsverordnung wurden drei Kategorien eingeführt, in welche die Produkte, basierend auf dem Grad der Nachhaltigkeit, den sie anstreben, eingeordnet werden müssen. Es wird unterschieden zwischen "Neutral" (traditionell; nicht nachhaltig); "ESG Standard" ("hellgrüne" Fonds, die ökologische und/oder soziale Kriterien erfüllen) sowie "Impact" ("dunkelgrüne" Fonds, die ein angestrebtes Nachhaltigkeitsziel (z.B. Reduktion von CO2-Emissionen) besitzen.

Nachhaltigkeitskennzahl EDA

Die Nachhaltigkeitskennzahl EDA (Ethisch Dynamischer Anteil, entwickelt und patentiert von Mountain-View Data) gibt an, wie nachhaltig der Fonds ist: je höher der EDA, desto besser schneidet er ab. In die Berechnung der EDA-Fondskennzahl fließen Positiv- und Negativkriterien ein. Negativkriterien sind beispielsweise Rüstung, Gentechnik, Menschenrechte, Atomenergie, Kohleenergie, Fracking und Tierversuche. Positivkriterien sind beispielsweise erneuerbare Energie, Umweltorientierung und Unternehmen, die die Prinzipien des UN Global Compact befolgen.

LUXEMBOURG SELECTION FUND - Active Solar

LU0377291322

Neue Energien

-33,2

140,8

Impact

98/100

Swisscanto (LU) Equity Fund Global Climate Invest

LU0275317336

Klima

8,4

59,9

Impact

96/100

Templeton Global Climate Change Fund

LU0128520375

Klima

22,1

40,8

Impact

94/100

RobecoSAM Smart Energy Equities

LU2145461757

Neue Energien

19,8

93,1

Impact

93/100

DNB Fund - Renewable Energy Retail

LU0302296149

Neue Energien

13,1

59,3

Impact

93/100

Swisscanto (LU) Equity Fund Sustainable AT

LU0136171559

Ethik/Ökologie

28,3

63,3

Impact

84/100

Dies ist keine Anlageempfehlung. Alle Angaben ohne Gewähr. Fondsdaten bereitgestellt von Mountain-View Data GmbH. Stand: 31.10.2023.